Christuskirche und Dorothee-Sölle-Haus

Die Christuskirche vis a vis zum neuen Kulturquadrat Ahaus ist die älteste Kirche unserer Gemeinde. Hier laden wir jeden Sonntag und an allen kirchlichen Festtagen um 10.30 Uhr zum Gottesdienst ein. Einmal im Monat feiern wir einen Mitmach-Gottesdienst für Jung und Alt.

Das Dorothee-Sölle-Haus ist das Zentrum unseres Gemeindelebens in Ahaus und Umgebung. Hier treffen sich regelmäßig die unterschiedlichsten Gruppen & Kreise, vom Bibelkreis bis zur Nähwerkstatt (nicht nur) für Flüchtlinge, Jugendtreff bis zum Seniorenkreis...

Der Gemeindesaal mit Bühne bietet Raum für Veranstaltungen, Feste und Feiern. Er ist auch für private Anlässe zu mieten. Informationen erhalten Sie in unserem Gemeindebüro.

Im Dorothee-Sölle-Haus finden Sie auch unser Gemeindebüro und das Büro unseres Pfarrers Olaf Goos.

Was war...

Deutsch-Iranische Begegnungstag

 Der Epheserbrief  hält der heutigen Gesellschaft einen Spiegel vor: Menschen ganz unterschiedlicher Abstammung, Kultur und Sprache trafen auch in den Städten des globalisierten Römischen Reiches im ersten Jahrhundert aufeinander. Der Autor des Epheserbriefes mahnt sie zu Frieden und Einmütigkeit inmitten der unüberschaubaren, multikulturellen Welt, denn er sieht sie vereint im Namen Jesu:„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen“ (Eph 2, 19).

Mit dem Bibeltext beschäftigten sich Pfarrerin Dagmar Spelsberg und Dr. Esther Sühling in ihrer Dialogpredigt im Deutsch-Iranischen Gottesdienst in Ahaus, und ein iranischer Flüchtling aus ihrem Laerer Bibelkreis knüpfte daran seine Gedanken auf Farsi an.

Nicht nur Gäste, sondern vollwertige Mitglieder der Kirchengemeinden zu sein, das ist der Wunsch vieler iranischer Christen, die in den Gemeinden – auch – des westlichen Münsterlandes nach geistlicher Beheimatung suchen. Um diesem Wunsch nachzukommen, hatte sich ein internationales Vorbereitungsteam rund um Pfarrer Olaf Goos aus Ahaus, Pfarrerin Dagmar Spelsberg aus Laer und Pfarrerin Heike Bergmann, Frauenreferentin im Evangelischen Kirchenkreis, intensiv auf diesen Deutsch-Iranischen Begegnungstag vorbereitet.  

Unter dem Motto „Christus verbindet Welten“ wurde zum Auftakt in der von deutschen und iranischen Besuchern gleichermaßen gut gefüllten Christuskirche miteinander gesungen, gebetet und gefeiert. Lesungstexte wurden von iranischen Gemeindegliedern in die Landessprache übersetzt, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser im Wechsel auf Deutsch und Farsi gesprochen, und auch viele bekannte Lieder ließen sich strophenweise in unterschiedlichen Sprachen singen. Dass dies nicht nur sprachlich gelang, sondern auch richtig musikalisch-schwungvoll rüberkam, dafür sorgten die beiden Musiker Hiltrud Erning (Flöte, Gitarre) und Josef Gebker (Keyboard, Cajon). Sie prägten die Stimmung und Atmosphäre im Gottesdienst entscheidend mit und stellten einmal mehr unter Beweis, wie sehr Musik über Sprachen und Traditionen hinweg verbindet.

Dass auch gemeinsames Essen verbindet, durften die rund achtzig Besucher im Anschluss an den Gottesdienst im Dorothee-Sölle-Haus beim gemeinsam zusammengestellten Buffet erleben. Bei internationalen Speisen und Getränken war Zeit für Begegnung und Austausch  zwischen den evangelischen Christen, die aus dem gesamten Kirchenkreis von Billerbeck bis Saerbeck, von Ochtrup bis Ottenstein zusammen gekommen waren.  Nach dem Mittagessen wurde der Jurist Wolfgang Wispel aus Vreden als Referent  im Gemeindehaus begrüßt. Der erfahrene Fachanwalt für Asylrecht erläuterte den Ablauf des Asylverfahrens und  gab wichtige Hinweise zur Anhörung, die einigen der anwesenden Flüchtlinge noch bevorsteht. Zahlreiche Fragen, etwa zum Familiennachzug, zur Reisefreiheit oder zur Anerkennung von Zeugnissen und Führerscheinen, ließen sich im Gespräch mithilfe eines Dolmetschers klären.

Gäste und Veranstalter waren sich am Ende einig: Die Vorbereitungen hatten sich gelohnt, und  ein solch anregender Begegnungstag sollte unbedingt eine Wiederholung finden. Dr. Katrin Kuhn

Bild 1 und 2: Iranische Christen aus der Umgebung begegnen sich erstmalig in Ahaus  Bild 3: Iranische Christen stellen ihre Herkunft und ihre neue Heimatgemeinde vor. Alle drei Bilder: Katrin Kuhn

Erster Gemeindeausflug mit dem Fahrrad

Bis Freitag lag erst eine Anmeldung vor. Doch am Ende waren es immerhin 13 Gemeindeglieder, die sich bei freundlichem Wetter mit ihren Fahrrädern vor der Kirche versammelten. Darunter manche Kurzentschlossene, die erst im Gottesdienst von der geplanten Tour erfahren hatten.  Über Düstermühle und Asbeck ging es gemütlich nach Heek zur Magdalenenkirche, wo wir mit Kaffee und Kuchen erwartet wurden, bevor wir gestärkt den Rückweg antraten. In Ahaus wieder angekommen, konnten alle stolz auf 43 selbstgefahrene Kilometer zurückblicken, und wir waren uns einig: Premiere gelungen. Fortsetzung folgt.

Fahrradtour S statt XXL

Nach Prag sollte es mit dem Rad im Sommer gehen.  So haben wir es im letzten Gemeindebrief angekündigt. Eine schöne Idee. Doch wohl etwas zu weit für den Anfang. So war es auch noch eine Handvoll Interessierter, die sich auf die Einladung hin gemeldet haben.

Gemeinsam haben wir überlegt, erstmal etwas kleiner zu beginnen. S statt XXL sozusagen. Im Anschluss an den Ferienanfangsgottesdienst am 10. Juli laden wir zu einer Radtour in die nähere Umgebung ein. Nähere Informationen folgen.

Olaf Goos

Schwungvoller Start ins Neue Jahr

„Lebendige Kirche“ titelte die Münsterland Zeitung am übernächsten Tag. Und dem konnten viele  nur zustimmen. Lebendig, nachdenklich und später recht vergnüglich war unser Start ins neue Jahr. Bereits der Gottesdienst wurde durch das Mitwirken des „Kanto“-Chores zu einem musikalischen Erlebnis. In seiner Predigt über Flucht und Vertreibung schlug Dirk Hirsekorn einen Bogen von der Bibel über die Nachkriegszeit in die Gegenwart. 

Im Anschluss an den Gottesdienst versetzte das Musikkabarett „Brieden und Waschk“ alle Besucher in positive „Schwingungen“. Musik witzig und originell dargeboten, „Hänsel und Gretel“ auf Weltreise, „Spiel mir das Lied vom Tod“ als musikalisches Duell, dazwischen ein Gottesdienstbesucher, der sein Gesangbuch nicht teilen will, im vermeintlichen Zwiegespräch mit Gott. Die Gemeinde amüsierte sich prächtig, bevor die warme Suppe kam.

Dreimal Dank für tolles Engagement

Gudrun Kalmus

Mit der Neuanlage der Gartenfläche zwischen Christuskirche und Dorothee-Sölle-Haus kam vor neun Jahren auch ein größeres Rosenbeet dazu, um das sich Gudrun Kalmus von Anfang an liebevoll gekümmert hat.

Jetzt wird sie das nur noch im eigenen Garten tun. Darum sei ihr auch an dieser Stelle einmal ausdrücklich Dank gesagt für eine Aufgabe, die sie viele Jahre für den sprichwörtlichen „Gotteslohn“ getan hat. Aber eben mit viel Freude an der Sache, wie auch zu unserer Freude.

Manfried Kundt

Es war einmal ein Posaunist, der hieß Josef Gebker und er wollte in  unserer Gemeinde einen Posaunenchor gründen. Trotz intensiver Suche fanden sich zunächst nur eine Mitstreiterin, Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra, und einen Mitstreiter, Manfried Kundt. Er war die einzige Trompete im Trio, bevor später die Schöppinger zur Gemeinde dazu kamen und auch den Chor verstärkten.

Seitdem sind 15 Jahren vergangen, in denen Manfried  Kundt als „Mann der ersten Stunde“ dem Posaunenchor unserer Gemeinde treu verbunden war. Nun hat er in Wesel ein neues Zuhause gefunden. Wir danken ihm für sein langjähriges, verlässliches Engagement und wünschen ihm, dass er in seiner neuen Umgebung auch musikalisch schnell heimisch wird.

Christel Ramser

Der erste Eindruck zählt. Christel Ramser hat dafür gesorgt, dass er gut ausfällt.  Drei Jahre lang hat sie den Eingangsbereich des Dorothee-Sölle-Hauses dekorativ gestaltet, abwechslungsreich, kreativ, der Jahreszeit angepasst. Nun hat sie diese Aufgabe weitergegeben. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich bei ihr.

Auch die Bücherecke hat sie aufgebaut, gepflegt und stets mit aktuellen Büchern bestückt. Diese Aufgabe wird sie auch weiterhin übernehmen. Darüber sind wir sehr froh. Denn wir sehen, wie regelmäßig und ausgiebig dieses Regal genutzt wird.

Allein dreien sei im Namen der Gemeinde noch einmal herzlich gedankt!

Willy Bartkowski und Olaf Goos

Nähwerkstatt für Flüchtlinge eröffnet

Eine bunte Patchwork-Decke ist sie schon – unsere Nähwerkstatt für Flüchtlinge - und ein schönes Beispiel dafür, wie ein Projekt entstehen kann, wenn viele ihren „ Stoff“ dazugeben.

Angefangen hat es mit der Fahrradwerkstatt, als dort auch  drei Nähmaschinen gespendet wurden. Was sollte man damit anfangen?  Ein ehemaliger Flüchtling aus dem Iran bot sich an, die Maschinen zu überprüfen. Und siehe da, zwei von dreien funktionierten einwandfrei.

Pfarrer Goos  bot einen Raum im Dorothee-Sölle-Gemeindehaus an und war im Gespräch mit einer Schneidermeisterin. Im Integrationsdienst des Caritasverbandes wurde ein Projektantrag für eine „Nähwerkstatt für Flüchtlinge“ formuliert, ein Spender war in Aussicht. Doch die Schneidermeisterin musste aus gesundheitlichen Gründen vorerst absagen. Eine neue wurde gesucht – und gefunden.

Der Verein „ Erlebnis Technik e.V.“ überwies eine großzügige Spende über  900.- ¤, von der drei neue Nähmaschinen gekauft werden konnten. Der Verkäufer  gab ein gleiches, gebrauchtes Modell als Spende hinzu. Die Christus-Kirchengemeinde finanzierte ein Startset von Stoffen, Scheren, Garnen und dergleichen.

So konnte am 10. November die Nähwerkstatt  beginnen. Unter der Leitung von Frau Doris  Blömer-Thesing  kamen fünf junge Frauen aus Afghanistan, Bangladesch, Eritrea ( 2) und Nigeria zusammen, um mit unterschiedlichen Vorkenntnissen ihre Nähkünste zu erlernen, zu erweitern oder auch sich gegenseitig zu helfen, immer dienstags von 10-11.30 Uhr im Dorothee-Sölle- Gemeindehaus. 

Auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, können Ihr Stückchen „ Stoff“ dazu beitragen. Nein, Sie brauchen sich nicht gleich an die Nähmaschine zu setzen. Es reicht, wenn Sie uns mit einer Spende unterstützen, damit wir im wahrsten Sinne „ Stoff“ für unsere Nähwerkstatt kaufen können, und diese hoffentlich – wie die Fahrradwerkstatt – zu einer Erfolgsgeschichte werden kann. ((Kontoverbindung: Ev. Christus-Kirchengemeinde Ahaus, IBAN: DE79 4015 4530 0026 0003 56; Bic: WELADE3WXXX, Stichwort „Nähwerkstatt für Flüchtlinge“)

Ute Lainck-Kuse

INFO: Die Nähwerkstatt wird im Rahmen der FEFA betrieben. FEFA? Das „Forum Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ahaus“ ist ein Zusammenschluss von Ökumenischer Flüchtlingshilfe, dem Projekt „Integrationslotsen“ (Träger sind die Caritas, die Freiwilligenagentur und die Volkshochschule), Mitglieder des Sozialdienstes Katholischer Frauen, sowie Mitglieder der Moscheegemeinde und weitere Einzelpersonen – sozusagen eine Patchwork-Familie der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer/innen.

Wer Zeit und Lust hat, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren, kann sich informieren über

- www.fefa-ahaus.de

- caritas-ahaus-vreden.de

www.handfest-ahaus.de

- Oder beim „Internationalen Café“  vorbeischauen, jeden 3. Mittwoch im Monat, ab 10 Uhr im Karl-Leisner -Haus, Schlossstraße 19.

182 Fahrräder .... und kein Ende

Ein Montagnachmittag  im November. Das Wetter ist wenig einladend. Es nieselt und der Himmel ist grau.  Ich besuche die Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge und bin überrascht über das rege Treiben, das hier herrscht.

An die 20 Personen tummeln sich auf engstem Raum. Einheimische Helfer und zugewiesene Flüchtlinge. Hier wird geschraubt, da wird gepumpt. Hier fehlt ein Sattel, da eine Halterung für den Gepäckträger. Verständigt wird sich wahlweise in Englisch, Arabisch, Tigrinisch und Deutsch. Oder von allem etwas, oder auch ohne Worte.

Alle arbeiten Hand in Hand. Bengalen, Eritreer, Syrer, Deutsche. Muslime, Christen, Religionslose. Und mittendrin im Gewusel der Begründer dieses Projektes: Daniel Bertsch. „Ganz schön was los hier“, meine ich. „Ach was, das geht noch“, meint er. „Heute ist es vergleichsweise ruhig.“

Was vor einem Jahr mit einem Aufruf in der Presse begann hat sich zu einer tollen Erfolgsgeschichte entwickelt, die vielerorts inzwischen Nachahmung findet. 182 Fahrräder hat das Team um Daniel Bertsch inzwischen flott gemacht und an Flüchtlinge ausgegeben. Die meisten von ihnen haben selber mitgeschraubt und geflickt. Das ist auch so gewollt. „Jeder identifiziert sich hinterher mit seinem Rad, das er selbst geschraubt hat. Die Leute achten auf ihr Rad ganz anders, weil sie mehrere Stunden Zeit investiert haben.“

Klingt einleuchtend. Und ich sehe, wie sie geduldig warten, aber auch mit welchem Eifer sie basteln und tüfteln, überlegen und ausprobieren. Und wie selbstverständlich sie sich dabei gegenseitig unterstützen und helfen. Hier geschieht Integration im besten Sinn, denke ich mir. Und das mit denkbar einfachen Mitteln. Manchmal reicht eine gute Idee. Und Menschen, die es einfach tun.

Doch dann zeigt mir Daniel Bertsch auch das Buch, in dem alle die aufgelistet sind, die aktuell auf ein Fahrrad warten. Eine lange Liste von 92 Namen sehe ich da. Dringend gebracht werden Herrenräder und Kindersitze. Doch auch Geldspenden sind nötig, um defekte Reifen und Schläuche zu ersetzen oder fehlende Dynamos und Lampen nachzurüsten.

Auch weitere Helfer sind willkommen. Besonders gesucht wird  eine Art Lagerverwalter. Jemand, der in den beengten Räumlichkeiten Ordnung hält und die neue ankommenden Spenden an den richtigen Platz bringt.

Die Werkstatt ist montags und donnerstags jeweils von 14.30 – 17.30 Uhr geöffnet. Spenden können Sie auf das Konto der Ev. Kirchengemeinde bei der Sparkasse Westmünsterland, IBAN: DE79401545300026000356, Stichwort: „Fahrradwerkstatt“.

Olaf Goos

Zum 50. Todestag von Albert Schweitzer - Eine Veranstaltungsreihe

Er war eine der ganz großen Gestalten des 20. Jahrhunderts:  Albert Schweitzer (1875-1965). Zu Lebzeiten wurde er darum auch vielfach für seine Arbeit als Theologe, Philosoph, Kulturforscher, Musiker, Tropenarzt und – weit weniger bekannt – auch als Schriftsteller ausgezeichnet; Höhepunkt war dabei sicherlich die Verleihung des Friedensnobelpreises.

Er hat Standardwerke in der Theologie und in der Musikwissenschaft verfasst, die bis heute in Geltung sind. Als Kulturphilosoph wurde er mit der ökologischen Krise zu Beginn der 60-er Jahre wiederentdeckt; an seiner globalen Verantwortungsethik, die unter den Stichworten „Ehrfurcht vor dem Leben“ in die Landesverfassungen von Mecklenburg Vorpommern und Sachsen Eingang gefunden hat, führt ehrlicherweise kein Weg vorbei. „Ehrfurcht vor dem Leben ist eine unverzichtbare Richtungsanweisung für die Ethik, in der es um Wende oder Ende geht!“ So Professor Erich Gräßer.

Und so wird nicht nur seine Arbeit im Urwaldhospital von Lambarene - heute als Albert-Schweitzer-Spital - fortgeführt, sondern auch seine denkerischen Impulse wirken weiter.

Aus Anlass seines 50. Todestages am 4. September 2015 bieten wird in Zusammenarbeit mit dem Ev. Forum Westfalen eine Reihe an, die einen Überblick über sein Leben und Werk vermitteln wird:

Sonntag, 30. 08., 10.30 Uhr Christuskirche Ahaus:  

Eröffnungsgottesdienst mit Pfr. Bartkowski und Pfr. Dr. Keller

– im Anschluss Eröffnung einer Ausstellung zum Leben und Wirken im Dorothee-Sölle-Gemeindehaus                                                                                           

Freitag, 04. 09., 19.30 Uhr Gemeindehaus Ahaus:

Vortrag Prof. Dr. Zager: Albert Schweitzer als liberaler Theologe

Freitag, 11. 09., 19.30 Uhr Christuskirche Ahau:

Jan-Willem Docter: Orgelkonzert

Mittwoch, 16. 09., 19.30 Uhr Gemeindehaus Ahaus: 

Vortrag Dr. Wolf: 100 Jahre Lambarene – 100 Jahre Ehrfurcht vor dem Leben.    

Willy Bartkowski 

Goldene Konfirmation

Diese fand am Sonntag Kantate statt. Eingeladen waren die Konfirmationsjahrgänge von 1963 bis 1965, also auch der letzte Jahrgang von Pfr. Otto Wilkes und der erste von Pfr. Wolfgang Gerlach.  Da Pfr. Gerlach nicht nur den damaligen Predigttext, sondern auch die Liedauswahl dokumentiert hatte, konnte ich mich bei der Gestaltung des Gottesdienstes an die Vorgaben meines Vorgängers halten. Schon diese Rahmung ließ bei 14 Jubilaren manche Erinnerung wieder lebendig werden. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Jan-Willem Docter, der gleich zweimal mit einem Bach-Choral aufwartete, nämlich beim gemeinsamen Einzug in die Kirche wie auch beim Auszug.

Beim Imbiss im DSH stand die Erinnerungen an die früheren Zeiten im Mittelpunkt der Gespräche, wobei in vielem angeknüpft werden konnte an das letzte Klassentreffen, das im Sommer des Vorjahres in Ahaus stattfand.     

Willy Bartkowski

Die Kirche im Dorf lassen? - Eine Exkursion zu Kirchbauten im Nutzungswandel

Auf Einladung der Volkshochschule und unserer Kirchengemeinde machte sich am Samstag, den 16. Mai, eine Gruppe von 20 Interessierten ins Ruhrgebiet auf, um sich dort einmal über die erweiterte Nutzung bzw. Umnutzung von Kirchräumen zu informieren. Angeregt war diese Fahrt durch einen Vortrag von Dr. Manfred Keller (Bochum) im Herbst des Vorjahres, in dem er u.a. auch mehrere Beispiele aus NRW präsentierte, in denen es gelungen war, die drohende Aufgabe und Schließung von Kirchen und Gemeindehäusern durch deren Umgestaltung und erweiterte Nutzungsmöglichkeiten abzuwenden. 

Drei dieser Beispiele konnte er uns nun einmal direkt vor Ort vorstellen, wobei er als zusätzliche Gesprächspartner, die an den ebenso langwierigen wie auch schwierigen Umgestaltungsprozessen Beteiligten eingeladen hatte.

Erstes Ziel war die Kreuzeskirche im Essener Altstadtviertel, einer der großen Kirchbauten des 19. Jahrhunderts, der allerdings über Jahrzehnte ein Schattendasein führte und so zusehends verfiel und eigentlich schon als Abrissobjekt  gehandelt wurde. Heute ist sie in bundesweit bekanntes Vorzeigeobjekt, und das nicht nur optisch, sondern gerade in ihrer Nutzungsvielfalt. Sie weiterhin ein stilvoller Ort des Gottesdienstes der Kirchengemeinde, des Weiteren lässt sie sich aber mit überschaubarem Aufwand in einen ansprechenden Hallenbau umfunktionieren, der sowohl für Veranstaltungen privater und kommerzieller Natur anzumieten ist. Möglich wurde dieses Konzept durch den Verkauf für den symbolischen Preis von 1 Euro an einen ortsansässigen Bauunternehmer.

Von Essen ging es dann weiter nach Bochum-Stahlhausen zur Friedenskirche, die im Juni als interreligiöses und interkulturelles Stadtteil-Begegnungszentrum wiedereröffnet wird. Hier ist die Kirchengemeinde weiterhin Eigentümerin, wobei der Kirchraum selbst auf die Größe einer Kapelle (mit 20 bis max. 60 Plätzen) zurückgebaut worden ist, um so Räumlichkeiten für ein multifunktionales Begegnungszentrum zu schaffen, das von der Kirchengemeinde und ortsansässigen Migrationsorganisation betrieben wird.

Von da aus schloss sich dann noch der Besuch der Grabeskirche Liebfrauen im Außenbereich der Dortmunder Innenstadt an, auch sie eine der großen Kirchen des 19. Jahrhunderts, aber längst im Schatten der nur wenige Minuten entfernten Hauptkirche. Hier ist vor 4 Jahren ein sog. Kolumbarium, eine Grabeskirche, entstanden, die nun im Kirchenschaff Platz für die Beisetzung von 5000 Urnen bietet, die dort für 20 Jahre ihre Ruhe finden, ehe dann die Asche in einem zum Erdboden offenen Gewölbe verstreut wird.

Drei Beispiele, die uns nicht die Möglichkeiten der Erhaltung, sondern auch der Wiedergewinnung von Kirchen als öffentliche Räume, eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Willy Bartkowski